Gewohnheiten - das unsichtbare Regelwerk in Teams


Die Dynamik in Teams läuft umgekehrt zu der des einzelnen Mitarbeiters ab. Es ist zunächst entscheidend, wie sich die emotionale Realität eines Teams darstellt. Wie verhält sich zum Beispiel das Wechselspiel von Kooperationsbereitschaft, Harmonie und dem Gefühl von Zugehörigkeit? Zu deren Erhalt bilden sich Gewohnheiten heraus. Sie zu befolgen, gilt als Zeichen der Verbundenheit und Identifikation mit der Gruppe. Oder eben nicht! Dieses informelle Regelwerk kann speziell für noch nicht integrierte Neulinge zu einer mächtigen beruflichen Entscheidungs-Instanz werden. Es sagt auch viel aus, über die gelebte mitmenschliche Qualität in Teams und Unternehmen. Dies gibt letztendlich Rückschlüsse auf das Miteinander in unserer Gesellschaft.

Fühlt sich ein Team-Mitglied angenommen, verstanden und respektiert, so strebt es unweigerlich danach, sein Bestes zu geben, für das gemeinsame Ziel. Gute Kommunikation, gegenseitiges (ehrliches) Interesse, Authentizität, und vor allem auch eine reflektierte Offenheit für alles, was im Prozess entstehen kann, erzeugen nachhaltig Erfolg. Getragen von einem hoch motivierten Team-Spirit, garantiert das wiederum das Gelingen einer gemeinsamen Mission, die im Idealfall der des Unternehmens entspricht. Das individuelle Idealbild jedes Einzelnen, schafft im Team eine enorm bereichernde Vielfalt an Fähigkeiten, Ideen und vielen weiteren Ressourcen.

Und wie geht es Ihnen in Ihrer beruflichen Praxis? Wie weit entfernt liegen Ihre Erfahrungen von diesen Gedanken? Welche Überlegung entwickeln Sie daraus?

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Emotionen sind ansteckend!

Weil es so wichtig ist, möchte ich an dieser Stelle noch einmal die hohe Verantwortung von Führungskräften hervorheben, die sie in ihrer Leitungsfunktion tragen. Egal, in welcher Hierarchie! Inzwischen ist bekannt, wie ansteckend Emotionen sind. In beide Richtungen - die resonante- wie auch die dissonante Form. Eine Führungskraft sollte sich stets ihrer emotionalen Wirkung auf die Mitarbeiter bewusst sein, diese entsprechend gründlich reflektieren und gegebenenfalls verändern! Ihre Mitarbeiter orientieren sich daran!

(Grund-) Haltungen und daraus entstehende Stimmungen ziehen sich durch, von oben nach unten! Aus Hierarchie-, Loyalitäts- und anderen Gründen, nicht umgekehrt!

Ein resonantes, konstruktives Team

Ein dissonantes, destruktives Team


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Gesunde Effizienz durch:

  • Ressourcen-Vielfalt, starken Zusammenhalt, kollektives Vertrauen
  • hohe Entscheidungs-Kompetenz (gemeinsame Werte und Ziele)
  • Harmonie in Gruppenaustausch und Gewohnheiten (gegenseitige Transparenz)
  • positive Zukunftssicht, hohe Motivation
  • ausgeprägte Kooperationsfähigkeit und gegenseitige Loyalität
  • freundliches, wertschätzendes Klima
  • respektvoller, unterstützender Umgang miteinander
  • Offenheit, Toleranz in der Kommunikation

Was autoritärer Führungsstil anrichten kann:

  • Entscheidungs-Unfähigkeit (z.B. durch Angst, Uneinigkeit, etc.)
  • persönliche Rivalitäten
  • Mobbing
  • manipulative Machtspiele
  • ewige Streitereien, ohne Konsens
  • Resignation, lähmendes Desinteresse
  • Ignoranz von Gruppennormen
  • Rebellion, Misstrauen, Argwohn
  • bewusstes Arbeiten gegeneinander
  • Arbeitsunfähigkeit und Depression